Viktor Röthlin

olympische Spiele peking 2008

Würden Sie heute noch einmal alles gleich machen oder würden Sie eine andere Taktik wählen?

Ich denke, dass ich ein optimales Rennen laufen konnte und wahrscheinlich noch einmal alles gleich machen würde. Der verrückte Rennverlauf lies es gar nicht zu, anders zu laufen. Hätte ich nicht nach 7 Kilometer entschieden mein eigenes Rennen zu laufen, wäre ich nie im „Birds nest“ (Olympiastadion) angekommen.

Kurz nach dem Zieleinlauf waren Sie wegen Platz 6 und knapp verpasster Medaille enttäuscht. Sind sie es noch immer?

Im ersten Moment war ich wirklich etwas im Lehren. Soll bzw. darf ich mich nun freuen oder nicht!? Hätte ich eine Medaille gewonnen oder wäre ich 36igster geworden, hätte sich mir diese Frage nicht gestellt! Darum konnte ich direkt nach dem Zieleinlauf meine Leistung gar nicht einstufen. Inzwischen schätze ich dieses Resultat allerdings höher ein als meine beiden letzten Meisterschaftsrennen. Ich war klar Bester Europäer und zudem der erste Weisse Läufer überhaupt im Ziel. Dieser Umstand hat in der Marathonwelt mehr Wellen geschlagen als EM-Silber oder WM-Bronze.

Welche Erinnerungen bleiben Ihnen von Peking?

Die unglaublich positive Stimmung innerhalb des Schweizer Teams. Die Freundlichkeit und Offenheit der Chinesen und natürlich mein Rennen mit dem Gewinn eines olympischen Diploms.

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