Viktor Röthlin

12.05.2012 - ohne Risiko auf Rang 12

Der Marathon-Europameister Viktor Röthlin musste sich beim Grand Prix von Bern als bester Nicht-Afrikaner mit Rang 12 begnügen. Den Sieg sicherte sich zum dritten Mal in Serie der Kenianer Daniel Chebii. Bei den Frauen triumphierte dessen Landsfrau Caroline Chepkwony.

Aufgrund seiner Verfassung hatte sich Röthlin eine Endzeit von 48 Minuten zugetraut. Wegen des schlechten Wetters war er jedoch mit 50:16 deutlich langsamer. "Es war ein schwieriger Lauf. Die Zeit ist alles andere als zufriedenstellend, aber nicht beunruhigend", sagte der 37-jährige Obwaldner. Weil die Strassen rutschig waren, ging Röthlin im Hinblick auf die Olympischen Spiele in London kein Risiko ein. "Ich habe es nicht geschafft die Handbremse zu lösen, konnte nicht vom vierten in den fünften Gang schalten. Es hätte jedoch keinen Sinn gemacht, Hals und Kragen zu riskieren, um eine Minute schneller zu sein", erklärte der Läufer des STV Alpnach.

Dies umso mehr, als Röthlin den ersten Kilometer in 2:40 zurücklegte. "Ich bin so schnell gerannt wie in meinem ganzen Leben noch nie." Das sei ein Tempobereich, in dem er nicht mehr alles unter Kontrolle habe. Dennoch war das Rennen für ihn nach 1000 m bereits gelaufen. Denn Chebii ging die "schönsten 10 Meilen der Welt" in sagenhaften 2:30 an. "Ich wusste, dass ich keine Chance habe. Es war jedoch schon frustrierend, dass die Spitzengruppe bereits weg war", sagte der Olympia-Sechste von 2008 im Marathon.

Röthlin steht allerdings erst am Anfang seiner 14-wöchigen Marathonvorbereitung für London, noch stehen ihm 13 Wochen bevor. Deshalb kann seine Verfassung noch gar nicht top sein. "Es wartet noch sehr viel Arbeit auf mich, ich habe in der Vergangenheit jedoch schon mehrmals bewiesen, dass ich fähig bin, am Tag X in Topform zu sein", so der Vater einer Tochter. Am kommenden Samstag fliegt er für eine Woche nach Sardinien, wo er Hobbyläufer trainiert. Danach geht er für den ersten dreiwöchigen Höhenblock nach Melchsee-Frutt. Später stehen noch drei Wochen im Engadin auf dem Programm.

Sieger Chebii gelang es als erstem Läufer, dreimal hintereinander den GP Bern zu gewinnen. Mit 46:14 realisierte er die zweitbeste je gelaufene Zeit bei diesem Event - zum Streckenrekord von Zersenay Tadese aus dem Jahr 2004 fehlten ihm etwas mehr als zehn Sekunden. Röthlin bezeichnete die Leistung von Chebii als "eindrücklich".

Sascha Fey, Sportinformation

08.05.2012 - Sind noch fragen?

Der Countdown läuft! Mittlerweile hat ja nun auch Kenia seine Marathonläufer für die Olympischen Spiele selektioniert. Für mich war’s keine große Überraschung, dass die kenianischen Selektionäre einmal mehr im Ist und nicht mit etwas Rückblick entschieden haben. So bleiben die drei Überflieger der letzten Saison Geoffery Mutai, Emanuel Mutai und auch Weltrekordhalter Patrick Makau zu Hause. Selektioniert wurde der Gewinner des diesjährigen London Marathons Wilson Kipsang, der Dritte von Rotterdam Moses Mosop, sowie der zweifache Marathon Weltmeister Abel Kirui. Spannendes Detail: vier der sechs Vorselektionierten haben Ausrüsterverträge mit Adidas. Nur einer von ihnen hat’s ins Team geschafft. Kenias Nationalteam läuft ja bekanntlich mit Nike. Und so sind nun beide Nike-Athleten im Team. Wehe dem, der was Böses denkt...
 
Übrigens heute morgen beim Dauerlauf hab ich darüber sinniert, dass wiederum kein Marathonläufer aus Deutschland bei Olympia am Start sein wird. Unglaublich, schon wieder hat es keiner aus unserem großen Nachbarsland  geschafft, sich für London zu qualifizieren. Einmal mehr wurden Jan Fitschen, Martin Beckmann und Falk Cierpinski für ihren enormen Aufwand nicht belohnt. Der letzte herausragende Erfolg eines deutschen Marathonläufers liegt nun schon zwanzig Jahre zurück. 1992 bei den Olympischen Spielen in Barcelona gewann Stephan Freigang die Bronzemedaille. Seine Bestzeit: 2h09’45“!
 
Ganz andere Probleme herrschen in Äthiopien. In der aktuellen Weltjahresbestenliste befinden sich in den Top 10 sechs Läufer aus dem kenianischen Nachbarsland. Seit dem Dubai Marathon Ende Januar 2012 laufen die Äthiopier eine unglaubliche Zeit nach der anderen. Der momentan Schnellste von ihnen, Ayele Abshero, hat gerade mal Jahrgang 1990! Die scheinbare Erklärung für die enorme Leistungsexplosion lieferte kürzlich ein Artikel in der NZZ. Der etwas selbstverliebte italienische Coach Renato Canova erklärte sein Marathontrainingssystem. Welches er zuerst bei den kenianischen Athleten eingeführt habe und nun seit kurzem auch in Äthiopien praktiziere. Canova scheint der festen Überzeugung zu sein, dass er der Auslöser dieser Leistungsexplosion sei. Ich habe diesen Artikel ein paar kenianischen Freunden vorgelesen. Diese haben nur den Kopf geschüttelt. Canova ist in Kenia sehr umstritten. Und alle Lorbeeren ruhen dann doch nicht auf den Schultern des selbsternannten Erfolgscoachs...
 
Mein Weg nach London führt mich am nächsten Samstag zum GP Bern. 29'107 Laufbegeisterte haben sich für diesen Event angemeldet. Dies ist neuer Rekord und zeigt auf, wie groß der Laufboom in der Schweiz immer noch ist. Ich selber werde schon ab Donnerstag in der Bundeshauptstadt weilen. Verschiedentlich werde ich für meine Partner Asics und Isostar, sowie für das OK des GP Bern im Einsatz stehen. Ich freue mich auf den direkten Kontakt mit der Laufsportfamilie. Sei es bei der Autogrammstunde am Isostar-Stand (Freitag 17-18Uhr) oder beim Vorstellen der neuen Natural-Running Schuhe bei Asics (Freitag 18-19Uhr). Für alle die mich verpassen, mir aber immer schon mal gerne eine Frage gestellt hätten, gibt’s neu das Helsana Kundenforum. Unter folgendem Link, kann man mir ab sofort Fragen zum Thema Laufen, Bewegung und Gesundheit stellen.

Und übrigens, ganz neu betreibe ich ein VIKMOTION Running Lab! Da ich immer wieder angefragt wurde, ob ich mir gewisse beim Laufen entstandene Probleme nicht einmal in Ruhe anschauen könnte, habe ich mich für dieses Angebot entschieden. Schließlich bin ich ja nicht nur Marathonläufer, sondern auch ausgebildeter Physiotherapeut.  Ich hoffe aber das wir uns dort nie begegnen werden, sondern dass ihr alle verletzungsfrei am Rumrennen seid! Infos zu diesem neuen Angebot findet man hier:

Schon seit den Europameisterschaften 2010 findet man mich auch auf Facebook. Für mich eine gute Möglichkeit spontan mitzuteilen, ohne dass gleich ein News-Beitrag verfasst werden muss. Ich nutze Facebook aber nur in eine Richtung. Auf Fragen reagiere ich grundsätzlich nicht, ausser es beschäftigt einen Grossteil der Fans. Schau rein unter:

Ihr seht, mit dem Helsana Kundenforum und dem VIKMOTION Running Lab sollten all eure Fragen an mich geklärt werden können. Wer schlussendlich am 12. August 2012 in London Olympiasieger im Marathon wird, dass kann ich euch aber trotzdem nicht sagen.
 
Viktor Röthlin
 
PS: Herzliche Gratulation übrigens an Maya Neuenschwander! Ich freue mich riesig für sie, dass ihr enormer Trainingseifer beim Zürich Marathon mit der Olympiaqualifikation belohnt wurde.

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